Zur Historie von Via Mundi
Die Wurzeln von Via Mundi reichen bis ins Jahr 1951 zurück, als – unter dem Eindruck des 2. Weltkriegs - die Zeitschrift „Glaube und Erkenntnis“ ins Leben gerufen wurde, die der Erforschung paranormaler Phänomene und der Wirklichkeit einer geistigen Welt dienen sollte. Aus diesem Umfeld gründete sich 1958 die „Gesellschaft Katholischer Parapsychologen“, der es darum ging, paranormale Phänomene in ihrer Bedeutung für den christlichen Glauben, das persönliche Überleben des Todes und den Sinn des irdischen Lebens ins Bewusstsein zu rücken als Gegenposition zur zunehmend materialistischen Orientierung in Wissenschaft und Gesellschaft.
Unter dem Einfluss des Redemptoristenpaters Prof. DDr. Andreas Resch als Generalsekretär erfuhr die Gesellschaft 1965 eine erste Umwandlung. Resch trat, ohne die bisherige Zielsetzung aus den Augen zu verlieren, für eine ideologiefreie, wissenschaftliche Betrachtung der Grenzphänomene ein, baute die Gesellschaft zur „Internationalen Interessengemeinschaft für Grenzgebiete der Wissenschaft“ aus und nannte sie IMAGO MUNDI (Bild der Welt). Damit wurde das eigentliche Ziel der Gesellschaft hervorgehoben, nämlich die „Weitung und Vertiefung des christlichen Welt- und Menschenbildes“ durch „interdisziplinäres Gespräch und Forschung im Grenzbereich von Physis, Bios, Psyche und Geist.“ Die 1951 gegründete Zeitschrift „Glaube und Erkenntnis“, 1955 umbenannt in „Verborgene Welt“, wird seitdem unter dem Namen „Grenzgebiete der Wissenschaft“ als Organ von IMAGO MUNDI weitergeführt und erscheint noch heute (2010) im 59. Jahrgang.
Von 1966 bis 1995 organisierte Andreas Resch alle zwei Jahre einen „IMAGO-MUNDI-Kongress“ mit z. T. mehreren Hundert Teilnehmern zu Themen wie, „Welt, Mensch und Wissenschaft morgen“, „Mystik“, „Paranormales Heilen“, „Fortleben nach dem Tod“, „Geheime Mächte: Der Innenraum des Menschen“, „Die Welt der Weltbilder“, „Paranormologie und Religion“.
Ab 1980 vollzog sich ein weiterer Wandel: Andreas Resch gründete sein Institut für Grenzgebiete der Wissenschaft in Innsbruck ( IGW.de ). Auf der Mitgliederversammlung 1980 wurde beschlossen, die bisher nur lockere, nicht rechtsfähige Vereinigung in einen Verein nach deutschem Recht überzuführen.
Auf der Generalversammlung 1982 trat Andreas Resch zum Bedauern aller Mitglieder aus dem Vorstand zurück, um sich auf die Forschungsarbeit im Institut, die Herausgabe der Schriften und die Weiterführung der IMAGO-MUNDI-Kongresse konzentrieren zu können. Der bisherige Vizepräsident Dr. Günter Emde (Mathematiker) wurde zum neuen Generalsekretär gewählt, Prof. Dr. Erwin Nickel (Mineraloge und Philosoph) blieb in seinem Amt als Präsident und Prof. Dr. Heinrich Beck (Philosoph) konnte später als Vizepräsident gewonnen werden. Auf Wunsch von Andreas Resch wurde der Name IMAGO MUNDI für seine Aktivitäten reserviert. Für die Interssengemeinschaft musste ein neuer Name gefunden werden: VIA MUNDI (Weg der Menschheit).
Im Zuge dieser Änderungen erfolgte auch eine Akzentverschiebung in der Zielsetzung. Ohne die bisherigen Ziele bezüglich transzendenzoffener Wissenschaft aufzugeben, werden zwei Anliegen besonders hervorgehoben: Einerseits Lösungen zu suchen, um den wachsenden globalen Bedrohungen zu begegnen und die Chancen des äußeren Fortschritts nur in Verantwortung für Mitwelt, Umwelt und Nachwelt zu nutzen; andererseits auf die Sinnfragen und seelisch-geistigen Nöte der Menschen einzugehen. Dabei sollen auch Hilfen gegeben werden zum besseren Verständnis spiritueller Erfahrungen und zum heilsamen Umgang mit der eigenen Sensibilität, so dass solche Begabungen ohne psychische Gefährdung zum Segen für die Mitmenschen genutzt werden können.
Auch in anderer Hinsicht vollzog sich ein Wandel. War die erste Vereinigung noch ausdrücklich katholisch, so hatte schon Andreas Resch mit IMAGO MUNDI die Weitung zur Ökumene vollzogen. Diese Ökumene betont auch VIA MUNDI, aber in einem nochmals geweiteten Sinn: Jeder Mensch hat die Freiheit, seinen ihm gemäßen spirituellen Weg zu Gott zu suchen und zu gehen.
Seit 1983 finden jährliche VIA-MUNDI-Tagungen meist von Mittwoch über Christi Himmelfahrt bis Sonntag statt, die über viele Jahre maßgeblich von Günter Emde organisiert wurden. Die Tagungsthemen spiegeln die Zielsetzungen wider, z.B.: „Weg der Menschheit – Von den ersten und letzten Dingen“, „Ostchristliche Spiritualität“, „Heil, Heilung, Heiligung“, „Die unsichtbare Schöpfung“, „Wege der Mystik in den Religionen“, „Menschheit am Scheideweg – Spiritualität und Verantwortung“, „Jugend und Alter – Konflikte und Chancen“, „Menschsein in der Polarität von Mann und Frau“, „Globalisierung und ihre spirituelle Bewältigung“, „Erde im Wandel – Vision, Hoffnung, Vertrauen“. Die Vorträge der VIA-MUNDI-Tagungen sind in der Kasetten/CD-Reihe, z.T. in der Schriftenreihe im Emde-Verlag (
g-emde.de) lieferbar.
Schon in den ersten Jahren der Tagungen entstand das Bedürfnis nach mehr persönlicher Begegnung, weshalb die Anzahl der Vorträge im Lauf der Jahre deutlich reduziert wurde zugunsten kleinerer Gespärchs-/Kreativgruppen und Workshops.
Seit 1995 wurde der Vorstand erweitert, so dass jüngere Mitglieder in die Vorstandsarbeit aufgenommen wurden und sich in der Leitung ein harmonischer Generationen-Wechsel vollziehen konnte. Günter Emde, der Begründer von VIA MUNDI, ist seit 2008 ihr Ehrenvorsitzender.

Ein Rückblick auf 50 Jahre Vergangenheit
von Günter Emde
aus VM-Mitteilungen
Nr. 34/2008, S. 3-11
zur ausführlicheren Darstellung hier klicken