Russlandhilfe Tatiana Goritcheva
(GE) Tatiana Goritcheva ist seit ihrem Vortrag auf der ersten VIA-MUNDI- Tagung 1983 Mitglied von VIA MUNDI. Sie war damals wegen ihres Einsatzes für geistige Freiheit und Gerechtigkeit in der damaligen sowjetischen Diktatur, speziell gegen den Angriffskrieg der UdSSR in Afghanistan - nach Gefängnis und Zwangshaft - in die Psychiatrie eingewiesen und schließlich außer Landes verwiesen worden (siehe dazu das VIA-MUNDI-Heft Nr. 23 mit ihrem Vortrag: Die geistige Erfahrung der verfolgten Kirche. Die mystische Revolution im heutigen Russland).
Nach der Wende hat sie eine Hilfstätigkeit in ihrer Heimat entfaltet, um verwahrlosten Straßenkindern eine Heimat und Zukunft zu geben und um notleidende Kranke und Witwen zu unterstützen.
Im vorigen Jahr berichtete Sie uns zur Osterzeit:
Christus ist auferstanden!
Wir feiern die orthodoxen Ostern. Die ganze heilige Osterwoche ist wie ein Tag, „das Fest der Feste“. Dann gibt es (in unserem Bewusstsein) nur das Licht, keine Finsternis, keinen Abend, keine Nächte. Die Fülle der Gnade wird uns plötzlich geschenkt, obwohl wir ernsthaft und leidend gefastet haben. Vielartige Askese wird da geübt. Ich war immer halb hungrig, aber immer glücklich. Manchmal war ich auch krank, aber die Krankheit ist auch von Gott geschenkt. Der hl. Seraphim sagte: „Wer Krankheit mit Geduld erträgt, dem wird sie als Heldentat und mehr angerechnet.“
In diesem Jahr durfte ich die Osternacht wegen Krankheit nicht in einer russischen Kirche feiern. Das ist so schade! Nur in Russland erlebt man die Auferstehung in seiner ganzen faszinierenden Kraft.
Aber in zwei Wochen fliege ich nach Russland zurück. Man wartet dort auf unsere Hilfe. Es gibt viele Straßenkinder, Waisen, alte und kranke Menschen, die ohne unseren Beistand zu Grunde gehen würden.
Man muss z. B. dringend dem Internat für die geistig kranken Kinder in Peterhof helfen. Dort leben 400 Kinder. Ich bin für über 100 Kinder die Patenmutter, habe dem Priester geholfen, mitgesungen usw. Die meisten dieser Kinder können nicht richtig sprechen. Aber als sie das erste Mal in die Kirche kamen, riefen einige spontan: „Das ist die Mutter!“; sie sahen die Ikone der Gottesmutter. Wir haben alle geweint. Dem Gesetz nach müssen die Kinder mit 18 Jahren das Internat verlassen, das bedeutet, dass sie auf der Straße verkommen. Wir planen darum, ein neues Haus für diese seligen erwachsenen Kreaturen aufzubauen. Dazu muss man zuerst ein Stück Boden kaufen. Bitte helfen Sie uns mit einer Spende!
Ihre liebende Tatiana Goritcheva.
Wir unterstützen diese Arbeit mit einer regelmäßigen Kollekte auf unseren Tagungen. Im letzten Jahr erbrachte die Kollekte den Betrag von 600,- Euro, der anschließend überwiesen wurde.
Am 23. Juli 2009 hatte sie geschrieben:
Danke für die so wertvolle und belebende Hilfe! Um den Armen zu helfen, muss man arm im Geiste oder selig sein. Das harte, mitleidlose Leben in Russland lehrt mich, immer wach zu sein als der „Wächter des Seins“, wie Heidegger sagt. Wir verteidigen hilflose ungeschützte Kinder, Kranke, Tiere, Bäume, die heilige Mutter Erde. Alles dankt Ihnen!
Ihre kleine Russin – Tatiana
Und am 10.12. schrieb sie:
In Russland ist die allgemeine Situation ganz schlimm. Wir versuchen jetzt „von unten“ zu kämpfen. Ich beteilige mich am Kampf um die Rettung der Natur, der Tiere, schreibe christlich-ökologische Bücher, Proteste, Manifeste. Man riskiert auch alles in diesem Kampf für das Reich Gottes auf unserer Erde, aber anders lohnt es gar nicht zu leben.
Wir bleiben immer zusammen, geistig, im Dienst und in der Ehrfurcht verbunden.
Ihre Tatjana Goritscheva
Update 2011
Wir unterstützen die Arbeit von Tatiana Goritcheva mit einer regelmäßigen Kollekte auf unseren Tagungen. Im letzten Jahr erbrachte die Kollekte den Betrag von 646,- Euro, der anschließend überwiesen wurde.
Folgender Rundbrief erreichte uns kürzlich:
St. Petersburg, 25.04.2011
Liebe Brüder und Schwestern!
Christus ist auferstanden!
Das ganze Russland feiert heute dieses Fest der Feste. Alles Böse und Dunkle ist besiegt, der Tod verschlungen. In der heiligen Osternacht haben sich Tausende, Millionen Menschen in der Freude verbunden. Man küsste einander. Alle waren brüderlich, wie Kinder, selig verbunden. Es gab keine Armen, keine Reichen, keine Altersunterschiede. Das Sakrament der Liebe kennt keine Grenzen. Die ganze Nacht betete man in unseren überfüllten Kirchen. Dann hat man zusammen gegessen. Die Freude hat allen die Energie gegeben, sofort in die Krankenhäuser, zu den ärmsten Familien zu gehen.
Viele neue Krankenhäuser und Kinderheime sind dank der Spenden der deutschen Christen gebaut worden. Deswegen freuen wir uns so sehr, dass wir in diesem Jahr das Paschafest zusammen feiern dürfen!
Heute habe ich eine arme christliche Familie (Kuznesovs) besucht. Sie haben 10 Kinder adoptiert. Die Familie lebt in der großen Armut, aber alle sind kindlich, die Kinder sind kaum ein großes Kreuz, sie sind mehr der große Trost und sogar Hilfe. Solche Familien gibt es überall in Russland. Der Teufel ist natürlich dagegen. Die Staatsfunktionäre versuchen, die Kinder wegzunehmen. (Unter dem Vorwand der „Armut“.) Wir, Christen, Priester, Bischöfe kämpfen jeden Tag gegen die Anti-Familien-Politik des Staates. St. Petersburg hat ungefähr 100.000 Straßenkinder. Sie sind unsere Zukunft. Ich danke Ihnen, liebe Freunde, Gönner, Mit-Brüder, dass Sie in dieser Welt unsere größte Hilfe und Hoffnung sind.
Ihre Tatjana Goritcheva
In Handschrift hat sie auf der Rückseite, an ViaMundi gerichtet, hinzugefügt:
„Lieber Dr. Emde! Ihre Gedanken (Broschüren) verbreite ich in St.-Petersburg. Wir brauchen Ihre tiefen, rettenden Ideen. Danke! Ihre Tatiana“
Spenden für die Hilfstätigkeit von Tatiana Goritcheva sind zu richten an ihr Konto 292 83 56 bei Deutsche Bank Frankfurt a. Main, BLZ 500 700 24. Die Hilfe kommt mit Sicherheit bei wirklich Notleidenden in Russland an.
Update 2012
Wir unterstützen diese Arbeit mit einer regelmäßigen Kollekte auf unseren Tagungen. Im letzten Jahr erbrachte die Kollekte den Betrag von 400 Euro, der anschließend überwiesen wurde. Darüberhinaus wurden auch noch 620 Euro für ihre schriftstellerische Tätigkeit gespendet.
Im Winter erreichte uns folgender Rundbrief von Tatiana Goritcheva:
Paris, 26.11.2011
Liebe Freunde!
In Russland fängt das Weihnachtsfasten an. Die Zeit der Hoffnung, des tiefen Gebets, und (vor allem) der Reue. Die russischen Kirchen sind überfüllt. Man weint, man dankt, man wird glücklich.
Das alltägliche Leben des einfachen Russen ist nicht leichter geworden: die russische Wirtschaft mit allen Infrastrukturen ist zerstört, die gute Bildung und die normale Medizin existieren nicht, die Korruption, die Kriminalität, Alkohol– und Drogengebrauch wachsen.
Der Winter ist schon da, viele Menschen hungern und frieren, da das alte Heizungssystem kaputt gegangen ist.
Die Hoffnung stirbt am letzten. Wir haben sie nicht verloren. „Wo die Gefahr ist, da wächst das Rettende auch.“
Ich bin glücklich zu sehen, wie stark der Glaube des russischen Volkes an das Heilige ist. Für ein paar Wochen hat man ein großes Heiligtum, den Gürtel der Mutter Gottes (gewöhnlich befindet er sich im Athos) nach Russland gebracht. Die Menschen stehen in der Schlange 16 -30 Stunden lang um sich der Reliquie anzunähern. Der Transport in Moskau ist paralysiert. Die Menschen verlassen die Schlange nicht, obwohl es kalt ist, es regnet, es schneit. Man glaubt nicht an die Politik, an das Geld, man glaubt an die Wunder, und sie geschehen. Allein für Gott will man leben, leiden, Heldentaten vollbringen.
Man glaubt auch an die große christliche Solidarität. Man dankt Ihnen, man betet für alle, die im Westen auch das leidende Russland nicht vergessen.
Ihre dankbare Tatiana Goritcheva
Auf der Rückseite des Briefes schrieb sie einige persönliche Worte an Günter Emde:
„Lieber Herr Doktor Emde!
Ich muss jetzt ein paar Wochen (für die Heilung) in Paris bleiben. Ich denke oft an Sie, Ihren Dienst, Ihre Ideen und erzähle über Ihre Arbeit allen „geistig verwandten“ Menschen. Gott gebe Ihnen Kraft, Mut, Freude weiter zu wirken, für das Wahre, Schöne und Gute zu kämpfen.
Ihre Tatiana Goritcheva.“
So begann es ...
Vor mehr als 20 Jahren berichtete Tatiana Goritcheva auf zwei VIA- MUNDI-Tagungen über die Religionsverfolgungen im damaligen Sowjetrussland. Sie war wegen ihres Engagements für geistige Freiheit, für notleidende Frauen und gegen die sowjetische Invasion in Afghanistan - nach Gefängnis und Zwangshaft - in die Psychiatrie eingewiesen und schließlich außer Landes verwiesen worden (siehe dazu das VIA- MUNDI-Heft Nr. 23 mit ihrem Vortrag: Die geistige Erfahrung der verfolgten Kirche. Die mystische Revolution im heutigen Russland).
Nach der Wende hat sie eine Hilfstätigkeit in ihrer Heimat entfaltet, um verwahrlosten Straßenkindern eine Heimat und Zukunft zu geben und um notleidenden Behinderten und Witwen zu helfen. Wir unterstützen diese Bemühungen mit einer regelmäßigen Kollekte an unseren Tagungen und berichten über ihre Aktivität in den VIA MUNDI Mitteilungen.
Spenden für Tatiana Goritcheva zugunsten der Notleidenden in Russland sind mit dem Zweckvermerk "Für Nothilfe in Russland" direkt auf das Konto "Tatiana Goritcheva" zu überweisen: Kto.-Nr. 2928356 bei Deutsche Bank Frankfurt (BLZ 500 700 24).
Tattiana Goritcheva veröffentlicht auch Bücher, um die Menschen in Russland spirituell zu bestärken. Dabei ist sie bestrebt, den ökumenischen Impuls in Russland zu beleben. Dabei greift Sie auch auf geeignete Aufsätze aus VIA-MUNDI-Veröffentlichungen zurück, die sie ins Russische übersetzt. Diese schriftstellerische Tätigkeit zur Förderung christlicher Spiritualität und Ethik in Russland liegt im Rahmen des Vereinszwecks von VIA MUNDI; darum können Spenden für dieses Anliegen mit dem Zweckvermerk "Für T. Goritcheva" auch auf das Konto von VIA MUNDI e. V. gerichtet werden: Konto-Nr. 600 503 1700 bei der GLS- Bank (BLZ 430 609 67). Wir leiten die Spende dann weiter und der Spender erhält dafür eine steuerlich wirksame Zuwendungsbestätigung.