Neues von der Ethikschutz-Initiative
2009 war wieder ein Jahr mit vielen ermutigenden Begegnungen. In den Zeitungen findet sich immer mehr über Whistleblower und ihre Situation. Ein Gesetz, um die mutigen Menschen zu schützen, die ihre Karriere, ihre Freundschaften und oft auch ihre Ehe aufs Spiel setzen und in wirtschaftliche Not geraten, gibt es leider immer noch nicht. Bezüglich der Wirtschaftskrise, der Klimaerwärmung, sowie in der Krise der Gesundheits- und Altenversorgung, finden sich einige Whistleblower, immer noch viel zu wenig. Die haarsträubenden Zustände in vielen Alters- und Pflegeheimen haben sich z.B. kaum geändert. Es gibt aber „No Go Themen“, wo sich fast jeder scheut, aufzustehen und sich damit zu beschäftigen und Halt zu sagen, wie z.B. wegen der sogenannten „nicht tödlichen Waffen“, die schwerste neurologische Symptome hervorrufen. Zahlreiche Hinweise sprechen dafür, dass sie inzwischen in die Hände von Kriminellen gelangt sind und unschuldigen Bürgern das Leben zerstören.
Oft schon hat mit viel Geduld und Einsatz die Ethikschutz-Initiative für Whistleblower „den Karren aus dem Dreck gezogen“, worauf hin sich dann das Fernsehen und die großen Zeitungen endlich entschieden haben, einen Whistleblower zu rehabilitieren. Viele von ihnen sind aber auch ihr ganzes Leben als unbequeme Mitbürger abgestempelt und können kein Recht bekommen, weil Politiker ihr Gewicht in die Waagschale werfen. Mit einigen pflegt die Ethikschutz-Initiative seit Jahren Kontakt.
Der Neurologe und Psychiater Dr. Peter Binz z.B., der sich für vergiftete Patienten einsetzt, ist ein exemplarischer Whistleblower. Wie kaum ein anderer, versucht er den oft auch Todkranken gegen Widerstände zu ihrem Recht zu verhelfen. Er selbst muss sich nun schon seit drei Jahren mit dem Vorwurf des angeblichen Abrechnungsbetrugs herumschlagen. Jeder, der sich damit befasst, weiß, dass da nichts dran ist. Aber die Staatsanwaltschaft, die den Fall längst hätte beenden sollen, ist nicht in der Lage, Recht zu sprechen. Fest steht, dass Binz trotz übermäßigem zeitlichen Einsatzes ein Drittel weniger Umsatz hat, als der Durchschnitt seiner Kollegen. Wann er die 180 000 €, die er einfach unbesehen auf Wunsch der Krankenärztlichen Vereinigung, ohne gerichtliche Untersuchung zahlen musste, zurück erhält, steht in den Sternen. Das obwohl die Bank wegen des Kredites immer wieder Druck macht.
Zivilcourage muss es auf allen Gebieten geben, auch im Hinblick auf Gewalt, die durch Macht-Strukturen gedeckt wird. Letztere wird oft nicht gesehen.
Für seine Arbeit und zur Unterstützung der vielen Vergifteten, wurde in Trier an der Katholischen Akademie eine weitere Tagung mit dem Thema Gewissenhafte Forschung (siehe: www.kath-akademie-trier.de) durchgeführt, zu der sich die qualifiziertesten Wissenschaftler Deutschlands – darunter mehrere Whistleblower– trafen, um die Folgen von Vergiftungen durch Chemie und Elektrosmog zu diskutieren.
Am 9. Oktober wurde dem Kommunikationstechniker Uli Weiner ein Zivilcouragepreis verliehen auf der internationalen Konferenz „Die biologische Wirkung elektromagnetischer Felder - Stand des Wissens und Projekte der Forschung“, einer Arbeitstagung der Kompetenzinitiative e. V., im Château Klingenthal der Goethe-Stiftung Basel.
Mit ca. 23 Jahren erlitt Weiner starke gesundheitliche Störungen, die auf starke Handynutzung zurückzuführen sind. Nach anfänglicher „Arzt-Odyssee“, die ihm nicht weiterhalf, kann er heute ohne Schutzanzug nicht mehr leben. Ungeachtet dessen klärt er die Öffentlichkeit unermüdlich über die gesundheitlichen Schäden durch Elektrosmog auf. Für die Medien ist er inzwischen ein gefragter Ansprechpartner. Sein Schwerpunkt sind Vorträge in Schulen, wo er u.a. vor Handys in Kinderhänden warnt. Die Mobilfunkindustrie zieht ihn immer wieder vor Gericht.
Vom 29.-31. Januar 2010 fand eine Whistleblower-Tagung in Villigst statt mit dem Titel: Wo bleibt der Aufschrei? (http://www.kircheundgesellschaft.de/veranstaltungen/)
Auf der Tagung erhielt der Engländer Prof. Gerard Hyland einen Zivilcourage-Preis für seinen Mut, trotz Rufmord-Versuchen u.a. bei der Wahrheit zu bleiben.
Es wird dringend jemand gesucht, der hilft, eine Homepage für die Ethikschutz-Initiative zu erstellen. Last not least bitte ich sehr um finanzielle Unterstützung für die weitere Durchführung dieses nicht leichten Jobs!!!
Spendenkonto des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V.:
Sparkasse Bonn (BLZ 37050198)
KontoNr.: 19002666
Zweck: Ethikschutz-Initiative nicht vergessen!!!!!
Auch die Adresse notieren wegen der Spendenquittung!!
Schön wären auch jährliche Spenden. Auch wenn sie klein sind, helfen sie!
Antje Bultmann
Sauerlacherstr. 18
82515 Wolfratshausen
Tel: 08171 72615
Nachtrag von GE: Wir hatten schon in früheren Heften auf die besondere Notlage eines herausragenden Whistleblowers, Prof. Eguiazu, Rosario, Argentinien, hingewiesen. Er hat sich während seiner ganzen Berufszeit für eine gesunde Landwirtschaft und gesunde Nahrungsmittel eingesetzt. Z. B. wandte er sich gegen den Einsatz von hochgiftigen Pestiziden, die bei uns längst verboten sind, und warnte vor den Risiken von gentechnisch veränderten Nahrungspflanzen. Dabei war er in Konfliktmit den Geschäftsinteressen der Exportindustrie und den von ihr abhängigen wissenschaftlichen Vertretern gekommen, seinen universitären Vorgesetzten. Trotzbester wissenschaftlicher Beurteilungen wurde sein Gehalt gekürzt, sein Institut geschlossen und das Gehalt seines Mitarbeiters Alberto Motta ganz gestrichen. Dieser führt die Forschungsarbeiten trotz aller Schwierigkeiten seit der Erkrankung von Eguiazu weitgehend selbständig und mit großem Engagement weiter. Wegen einer körperlichen Behinderung findet er z. Zt. keine bezahlte Anstellung. Er lebt von einer völlig unzureichenden Rente in Höhe von monatlich 70,- Euro, die ihm von VIA-MUNDI-Mitgliedern gespendet wird. Ansonsten ist er auf Unterstützung durch Verwandte angewiesen.
Vielleicht können sich noch einige Leser dieser Mitteilungen entschließen, monatlich regelmäßig z. B. 10,- € für Alberto Motta zu spenden. Wer dazu bereit ist, möge sich wegen Einzelheiten an unser Sekretariat, Frau Irmi Holzer, oder an Günter Emde, Tel. 08624-829848, Email: [
hier klicken für Email], wenden.
Update 2011
In diesem Jahr sind uns keine Neuigkeiten von der Ethikschutzinitiative eingegangen. Die Ethikschutzinitiative kümmert sich um sogenannte Whistleblower, dh. um Mitarbeiter in Industrie und Wirtschaft, die unethische Vorgänge öffentlich machen. Alle 2 Jahre wird der Whistleblowerpreis verliehen.
Spenden können beim Spendenkonto des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V. eingezahlt werden mit der Angabe des Spendenzwecks „Ethikschutz-Initiative“: Kto.-Nr.: 19002666, bei Spk Bonn, BLZ 37050198.
Informationen zu Herrn Albert Motta, über den Günter Emde im letzten Jahr (Via Mundi – Mitteilungen Nr. 36, S. 39) berichtet hat, können bei ihm nachgefragt werden (08624-829848; guenter@g-emde.de).
Die Ethikschutz-Initiative (ESI) wurde 1992 von Günter Emde auf Grund eines eigenen persönlichen Erlebnisses ins Leben gerufen, um sog. Whistleblowern beizustehen, d. s. Menschen, die aus uneigennützigen Motiven gegen den Willen ihrer Vorgesetzten einen gefahrbringenden Missstand oder Plan ans Licht bringen oder eine unverantwortliche Arbeit verweigern und deswegen persönliche Repressalien erleiden oder befürchten müssen. Die ESI war zugleich ein Projekt von INES (International Network of Engineers and Scientists for Global Responsibility).
Günter Emde übergab die Leitung in 2000 an Antje Bultmann, nachdem er im Jahr 2000 noch einen Workshop auf dem INES-Kongress in Stockholm organisiert hatte, auf dem vier herausragende Whistleblower über ihr Schicksal berichteten und Vertreter ähnlicher Organisatoren in England, Schweden und USA ihre Erfahrungen austauschten. In den VIA- MUNDI-Mitteilungen wird regelmäßig über die Aktivität der ESI berichtet; z. B. ausführlich über den genannte Workshop in Mitteilungen Nr. 27 (2001) unter dem Titel "Ethikschutz für eine Kultur der Verantwortung".
Die Einsicht, dass solche Whistleblower eine wichtige Rolle spielen könnten, wenn sie mehr geschützt würden, ist noch immer zu wenig verbreitet. Diese mutigen Menschen stellen das eigentliche Gewissen unserer Gesellschaft dar. Das Hören auf ihre Stimme könnte wesentlich zur Vermeidung von ökologischen und anderen Katastrophen und zur Ausräumung von Missständen in unserem Gemeinwesen beitragen. Denn das Risiko und die Folgen des Missbrauchs einer Technologie können am besten von den Beschäftigten in der verursachenden Institution beurteilt werden. Leider reicht der Druck von unten noch nicht aus, um auch in Deutschland eine gesetzliche Regelung zum Schutz der Whistleblower durchzusetzen, wie sie z. B. in England besteht.
Dank dem Engagement von Frau Antje Bultmann wird die Öffentlichkeit in zunehmenden Maße auf diese Problematik aufmerksam. Für ihren Beitrag "Zivilcourage und Whistleblowing zum Schutz des sozialen Friedens", der in der international größten Internet-Enzyklopädie UNESCO- EOLSS (www.eolss.net) veröffentlicht wurde, wurde ihr der Rupert- Riedl-Preis der Stadt Wien und des Club of Vienna verliehen.
Wer mithelfen will, dass die Whistleblower in Deutschland eine Ansprechstelle haben, bei der sie Rat und möglichst Hilfe erfahren können, trägt dazu bei, dass das Gewissen unserer Gesellschaft seine Stimme erheben kann. Auf folgende Weisen ist eine Unterstützung möglich:
a) durch Spenden an die Ethikschutz-Initiative (Achtung! Neues vorläufiges Konto: "BBU Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz", Nr. 19002666 bei Sparkasse Köln-Bonn, BLZ 370 501 98, mit Zweckangabe "Für Ethikschutz-Initiative"), Daueraufträge sind besonders willkommen. Um eine steuerlich wirksame Spendenbestätigung zu bekommen, ist es nötig, auch die genaue Adresse anzugeben.
b) durch Verbreitung des Buches von Antje Bultmann: "Gefährliche Zivilcourage" (Westend-Verlag). Darin wird die Problematik anhand vieler beispielhafter Whistleblower-Schicksale dargestellt.
Weitere Auskünfte bei Antje Bultmann, Sauerlacher Str. 1, 82515 Wolfratshausen, Tel: 08171-72615, Fax: 08171 - 22834