Die Ethikschutz-Initiative (ESI) wurde 1992 von Günter Emde auf Grund eines eigenen persönlichen Erlebnisses ins Leben gerufen, um sog. Whistleblowern beizustehen, d. s. Menschen, die aus uneigennützigen Motiven gegen den Willen ihrer Vorgesetzten einen gefahrbringenden Missstand oder Plan ans Licht bringen oder eine unverantwortliche Arbeit verweigern und deswegen persönliche Repressalien erleiden oder befürchten müssen. Die ESI war zugleich ein Projekt von INES (International Network of Engineers and Scientists for Global Responsibility).

Günter Emde übergab die Leitung in 2000 an Antje Bultmann, nachdem er im Jahr 2000 noch einen Workshop auf dem INES-Kongress in Stockholm organisiert hatte, auf dem vier herausragende Whistleblower über ihr Schicksal berichteten und Vertreter ähnlicher Organisatoren in England, Schweden und USA ihre Erfahrungen austauschten. In den VIA- MUNDI-Mitteilungen wird regelmäßig über die Aktivität der ESI berichtet; z. B. ausführlich über den genannte Workshop in Mitteilungen Nr. 27 (2001) unter dem Titel "Ethikschutz für eine Kultur der Verantwortung".

Die Einsicht, dass solche Whistleblower eine wichtige Rolle spielen könnten, wenn sie mehr geschützt würden, ist noch immer zu wenig verbreitet. Diese mutigen Menschen stellen das eigentliche Gewissen unserer Gesellschaft dar. Das Hören auf ihre Stimme könnte wesentlich zur Vermeidung von ökologischen und anderen Katastrophen und zur Ausräumung von Missständen in unserem Gemeinwesen beitragen. Denn das Risiko und die Folgen des Missbrauchs einer Technologie können am besten von den Beschäftigten in der verursachenden Institution beurteilt werden. Leider reicht der Druck von unten noch nicht aus, um auch in Deutschland eine gesetzliche Regelung zum Schutz der Whistleblower durchzusetzen, wie sie z. B. in England besteht.

Dank dem Engagement von Frau Antje Bultmann wird die Öffentlichkeit in zunehmenden Maße auf diese Problematik aufmerksam. Für ihren Beitrag "Zivilcourage und Whistleblowing zum Schutz des sozialen Friedens", der in der international größten Internet-Enzyklopädie UNESCO- EOLSS (www.eolss.net) veröffentlicht wurde, wurde ihr der Rupert- Riedl-Preis der Stadt Wien und des Club of Vienna verliehen.

Wer mithelfen will, dass die Whistleblower in Deutschland eine Ansprechstelle haben, bei der sie Rat und möglichst Hilfe erfahren können, trägt dazu bei, dass das Gewissen unserer Gesellschaft seine Stimme erheben kann. Auf folgende Weisen ist eine Unterstützung möglich:

a) durch Spenden an die Ethikschutz-Initiative (Achtung! Neues vorläufiges Konto: "BBU Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz", Nr. 19002666 bei Sparkasse Köln-Bonn, BLZ 370 501 98, mit Zweckangabe "Für Ethikschutz-Initiative"), Daueraufträge sind besonders willkommen. Um eine steuerlich wirksame Spendenbestätigung zu bekommen, ist es nötig, auch die genaue Adresse anzugeben.

b) durch Verbreitung des Buches von Antje Bultmann: "Gefährliche Zivilcourage" (Westend-Verlag). Darin wird die Problematik anhand vieler beispielhafter Whistleblower-Schicksale dargestellt.

Weitere Auskünfte bei Antje Bultmann, Sauerlacher Str. 1, 82515 Wolfratshausen, Tel: 08171-72615, Fax: 08171 - 22834

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